Ein Monatsfünfter, Tagebuchbloggen frei nach Frau Brüllen also... ich nehme euch mit in meinen unspektakulären Alltag.
Kurz vor acht höre ich die typischen Geräusche, die Hundekrallen auf Parkett verursachen und ich stelle mich schlafend. Nutzt nichts, ich habe bald eine feuchte Hundenase vor meinem Gesicht: „Frauchen, bist du wach? Ich bin schon lange wach! Willst du nicht aufstehen?“Kaum lasse ich erkennen, dass ich die Augen geöffnet habe, rollt das Tier sich auf den Rücken und präsentiert den Bauch, auf dass ich ihn kräftig kraule. Das kann ich ihm wie meist nicht abschlagen.
Kurz danach stehe ich auf und raffe auf dem Weg nach unten einiges an Wäsche zusammen. Da ich nun schon die zweite Woche im täglichen Büroeinsatz bin, bin ich mit Waschen tatsächlich etwas im Hintertreffen.
Ich stopfe das Zeugs im Keller in die Maschine und pflücke Getrocknetes von den Wäscheständern, bis mir einfällt, dass ich mich noch im Zustand „Vorm ersten Kaffee“ befinde. Daraufhin lasse ich alles stehen, steige wieder ein Stockwerk hoch und stelle fest, dass daMan bereits eine Tasse plus schwarz dampfendem Inhalt für mich präpariert hat.
Halleluja, also ab aufs Sofa, Kaffee, erste Internetrunde.
Eine weitere Tasse später sehe ich mich in der Lage, mein Frühstück vorzubereiten und so schnippele ich reichlich Obst und häufe es dann mit Köllns Kernigen auf einem Teller zu einem ansehnlichen Berg zusammen. Waulen, noch mehr Kaffee.
Dabei überlege ich, ob ich den Hund zu Hause lasse oder mit ins Büro nehme. Wenn ich ihn hierlasse, muss ich vorher noch mit ihm an die Straße, wenn ich ihn mitnehme, erledigt sich das im Vorbeigehen. Allerdings ist es in letzter Zeit mehr ein Spazierstehen mit dem Geriatriker und das nervt mich ziemlich.
Nach der Dusche (und vollständig bekleidet) entscheide ich mich dazu, das Fell ins Büro mitzunehmen. Auf dem Weg dahin, den ich übrigens verkleidet als Oberinspektor Derrick (hellerTrenchcoat) bestreite, hoffe ich inständig, dass dieser Freitag lässiger wird als in der letzten Woche, wo ich mit hochroter Rübe bis 1600 angestrengt geschuftet habe. Angestrengt, weil ich schrecklich viel denken musste... geht ja gar nicht.
Um kurz nach 10 sitze ich an meinem Arbeitsplatz und wage eine vorsichtige Prognose. Es sieht nicht ganz schlimm aus. Bis 1200 Uhr habe ich immerhin schon mal einen Patzer (selbstverschuldet) gefunden, *nerv*, aber der Rest arbeitet sich flüssig weg.
In den nächsten zwei Stunden erledige ich noch ein wenig Liegengebliebenes, kaufe kurz ein und verschwinde dann wirklich ziemlich früh nach Hause.
Das Fell nehme ich gleich mit.
Um halb drei werfe ich Tatar, Gemüse und Reis in einen Wok, würze mit leichter Hand *schütt* und esse wenig später. Direkt danach fühle ich dumpfe Müdigkeit heraufziehen, kann es aber vermeiden, in ein nachmittägliches Koma zu fallen. Stattdessen bisschen lesen, Wäsche - eine Maschine will auf die Leine, aber letztere muss erstmal freigeräumt werden. Ich sach ja, ich bin hinterher...
Angesichts des blendenden Wetters entscheide ich, dass ich später noch joggen gehen werde und nicht ins Gym.
Erst allerdings assistiere ich laDiva bei ihren Handstandversuchen. Durch ihre langen Beine hat sie grausame Hebel und darüberhinaus Angst hinzuknallen.
Unfassbarerweise kann ich diese Übung immer noch, aber ich habe es ja auch schon in sehr jungen Jahren gelernt und habe, kurze Stelzen sei Dank, weit bessere Hebel. Gefühlt setze ich auch nur einen Bruchteil der Kraft ein, die sie verwendet. Nützt ihr nur alles nix, armes Kind. Mal sehen.
Mit einer gemütlichen 8-Km-Runde läute ich den Feierabend ein. Als ich zurückkomme stopfe ich schnell noch eine Ladung Wäsche in die WaMa, dusche und führe das kleine wilde Tier nochmal aus. DaMan begleitet mich und als wir wieder vor der Türstehen, sind der sehr große Sohn und Buchhalter T. schon da - sie wollen mit daMan ins Stadion, denn heute hat der vielleicht bald wieder ruhm- und glorreiche SVWerder ein Heimspiel.
Ich winke ihnen hinterher und mache mich an die Zubereitung eines Salats für laDiva und mich. Der Hund bekommt nur TroFu und eine Herzpille...
Und dann... Küche kurz wieder aufräumen, Essen mit laDiva, Geschirrspüler an, Füße hoch uuuuuund Serie an!
Während Werder gewinnt, schnarche ich beim Serienschauen ein, wache um kurz vor 10 wieder auf, schleppe den unwilligen Hund erneut vor die Tür, schaue dann doch noch eine Folge und gehe dann endgültig schlafen.
Vorher werfe ich daMans Bettzeugs in das niegelnagelneue Gästezimmer, denn er ist noch immer nicht zu Hause und ich will mich später nicht von ihm stören lassen...
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