Den heutigen Monatsfünften hätte ich beinahe verpasst, aber nun isser mir ja gerade noch eingefallen, zufällig, weil ich im Hauptblog auch gerade was geschrieben habe.
Ich wache ganz sicher vor 07.15h in meinem Schlafzimmer (gemeinsames Schlafzimmer war gestern aus irgendwelchen Gründen keine gute Option) auf, schaffe es aber zum Glück wieder einzuschlafen, bis "Born to run" mich weckt und ich aufstehe. Ich merke sofort, dass heute kein guter Tag ist, um zu Fuß zur Arbeit zu gehen, ich komme nicht so in die Hufe wie es nötig wäre.
Bis 08.40h wird Kaffee getrunken, die üblichen drei Becher (einer, damit ich nicht gegen den Schrank laufe, einer damit der Kopf wach wird und einer für den Spaß), gefrühstückt, geduscht, was man halt morgens so alles macht und dann setze ich mich aufs Fahrrad und gurke Richtung Praxis. Dabei fällt mir wieder ein, warum ich überhaupt angefangen habe, zu Fuß dorthin zu gehen - es ist langsamer und die anderen Verkehrsteilnehmer stören mich dann nicht so mit ihren Aktionen. Gefühlt habe ich auf dem Rad ständig irgendwelch manövrierunfähige Spacken um mich herum und rege mich auf. Das wiederum lässt den Blutdruck steigen, triggert die latenten Herzrhythmusstörungen und das alles kann ich nicht gebrauchen. Aber, nun, heute ging es nicht anders.
In der Praxis tobt der übliche Wahnsinn, ich telefoniere, vergebe Termine und wühle mich heute hauptsächlich durch unsere Totenkartei. Die Aufbewahrungspflicht gilt zwar nach wie vor, aber 10 Jahre alte Befunde und Briefe darf ich ruhig vernichten. Irgendwann wird man hoffentlich bei gänzlich papierlosen Akten sein. Das alles dauert aber im deutschen digitalen Wunderland wohl noch etwas. Kleiner Exkurs - ab 1.7. muss man u.a. aus Datenschutzgründen beim Versenden von AUs und Arztbriefen auf ein bestimmtes Sytem zurückgreifen... Rezepte an die Apotheken, auf denen steht, dass Heinzchen Müller, der in der Beispielstraße in Testhausen wohnt, Viagra konsumiert, werden aber nach wie vor gefaxt. Ach, ja. Pünktlich um 14.30h bin ich fertig, setze mich erneut aufs Fahrrad und radele zum Weser Stadion, um ein Geschenk für "unseren" Ukrainer zu erwerben, der übermorgen Geburtstag hat.
Zuhause komme ich um 15.15h an, bewerfe eine Pfanne mit reichlich Tiefkühlgemüse, würze mit leichter Hand nach und bin nach dem Essen vollkommen erschöpft. Das sind noch immer, weil ich halt einfach auch schon so alt bin, die Nachwirkungen des Wochenendes - 200km Autofahrt, feuchtfröhliches Treffen mit Freunden, kurze Nacht, am nächsten Tag 200km zurück. Ich merke jedes meiner 57 Jahre, aber das war es wert. Den gestrigen Nachmittag hatte ich bereits für Erholung davon geplant, aber... der Plan ging nicht auf. Jedenfalls verdämmere ich einen Großteil der nächsten zwei Stunden.
Danach raffe ich mich auf, schreibe noch ein paar emails in Sachen Ukraine und deutsche Ämter, schicke meinen "Stundenzettel" in Form einer excel-Tabelle an meine Kollegin und ziehe mich um. Ich muss noch Sport machen, es nützt nichts, mein Rücken dankt es mir, obwohl ich immer noch müde bin. Gegen 18.30h kommt daMan nach Hause , wir tauschen uns kurz aus, bevor ich bis 19.30h weiter Gewichte bewege, mich dehne und strecke.
Wir beschließen, den Abend erneut getrennt voneinander zu verbringen, nicht, weil wir uns nicht ausstehen können, aber weil ich merke, dass ich on the edge bin und besser alleine bleibe.
Ich hacke bis jetzt (20.33h) meine unmaßgeblichen Empfindungen und Erlebnisse ins Internet, berate am großen C erkrankte Dr. Dolittle noch telefonisch (die aktuelle Variante kommt mit allen bekannten Symptomen, aber häufig blütenweißem Schnelltest einher und nachdem sie seit gestern wieder so gut wie gesund ist, ist sie nun doch positiv. Muss man nicht verstehen, aber was soll's? Nur ein weiterer Irrsinn...) und danach wird heute nicht mehr so schrecklich viel passieren.
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