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5. Oktober 2022

 5. Oktober - mein gut funktionierendes Spamgedächtnis (im krassen Gegensatz dazu merke ich mir wirklich wichtige Dinge kaum halb so gut…) speit sogleich zwei Geburtstagskinder aus der weit entfernten Vergangenheit - so als ich Anfang 20 und noch etwas jünger war, aus.

Zum einen die Ex-Beziehung D., bei dem ich einiges über das Leben gelernt habe, zum anderen die Schwester des langjährigen Ex-Freundes K., die mittlerweile einer Depression anheim gefallen ist. Das allerdings hat eher nichts mit dem langjährigen Ex zu tun, sondern wohl damit, dass das Leben zwar Erfahrungen serviert, aber eben nicht zwangsläufig gute. Manche stecken das weg, andere nicht, so ist das mal.

Genug der einleitenden Gedanken - beide Geburtstage tangieren mich heute so gar nicht mehr und schon ganz sicher überhaupt nicht, als ich vom Gepolter des Müllwagens, der sich durch unsere Straße schiebt, geweckt werde. Nicht so schön, weil ich „eigentlich“ länger schlafen kann als sonst. Um 07.34h stehe ich seufzend auf, das hatte ich mir anders vorgestellt… nutzt ja nix.

Es ist der erste Mittwoch im Monat und somit der Tag, an dem ich nicht in die Praxis, sondern zu einem anderen Arbeitgeber gehe und mich dort der Buchhaltung widme. Aber ich gehe erst um 09.30h los und bis dahin passiert das Übliche: Kaffee, Kaffee, Frühstück, Kaffee, Dusche, anziehen.

Ich schlage meinen gewohnten Weg Richtung Praxis ein... und marschiere daran vorbei zum Einmal-im-Monat-Arbeitgeber. Anfänglich war ich dort einmal wöchentlich eingestellt, aber a. schaffe ich mein Pensum derzeit routiniert viel schneller und b. mache ich wirklich nur das und keine anderen Aufgaben wie vorher. An sich liebe ich diesen Job genau wegen der Routine sehr, mich stresst aber das Arbeitsumfeld mit den vielen entspannt durch die Gegend Quatschenden - im Praxisalltag ist deutlich mehr Abwechslung, mehr schnelle Entscheidungen, viel mehr Gewusel, dafür sind die Kollegen toll und man kann halt nicht alles haben offenbar.

Gleich in der ersten Straße begegnet mir die wunderschöne schneeweiße Katze, die unseren Winston selig mal ordentlich verprügelt und die dem Theo auch schon mal kräftig die Meinung gegeigt hat. Aber heute habe ich keinen Katzenhasser dabei, also gehe ich in die Hocke, kraule sie und erkläre ihr, wie hübsch sie ist. Und erwähne nebenbei die Ratten auf unserem Grundstück. (Wir wohnen in Restaurantnähe, da kann man nix machen.)

Weiterhin auf dem Weg steigt der Schmutzpegel. Diesseits der Bahn war heute offenbar Papier-und-gelber-Sack-Tag, wobei sich allerhand selbständig gemacht hat und durch die Gegend fliegt und jenseits der Bahn wird es sowieso ranzig, dreckig, müllig. Schlimm ist das. In vielerlei Hinsicht.

Wie dem auch sei - ab 10.00h sortiere ich Rechnungen im pdf-Format, hoch lebe das papierlose Büro...für mich war das sehr gewöhnungsbedürftig, aber ich bin auch Ende 50 und old school, und bereite die Monatsabrechnung vor. Heute bin ich noch schneller als sonst, klappe um 13.00h den Ordner zu und laufe wieder nach Hause. Ich passiere den Buchhandel meines Vertrauens, kaufe „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen (den Film habe ich ja nun gerade gesehen und ahne, dass das Buch noch vielschichtiger und schöner wird), bestelle ein Weihnachtsgeschenk *hust* und fotografiere Bücher, von denen ich mir Leseproben laden werde. Beim Bäcker nebenan hole ich noch ein frisches Brot für abends.

Um 13.00h bin ich wieder zu Hause und rühre eilig einen Quarkauflauf zusammen. Während er im Backofen vor sich her gart, schiebe ich eine Runde im hauseigenen Gym ein, lüfte bei der Gelegenheit das Souterrain kräftig durch, dusche nochmals (ohoh, hoffentlich kommt mich keiner verhaften, aber wat mutt, dat mutt), wasche meine Haare und springe in Jogginghose und bequemes Sweat. Gegen 14.15h mache ich es mir mit meinem Auflauf vor „The middle“ (Ich habe sämtliche Folgen sicherlich schon 5-7x gesehen, was soll’s? Ich mag das jetzt.) bequem und lasse meine Haare trocknen.

Rund zwei Stunden später sind meine Haare immer noch nicht trocken, also bemühe ich den Fön, ziehe mich wieder straßentauglich an und fahre gegen 16.30h in ein Einkaufszentrum, wo ich nicht alles bekomme, was ich mir so vorgestellt habe. Es lässt sich nicht ändern. Dafür habe ich etwas Muße zum Herumgucken und allzu voll ist es auch nicht, sodass der Lärmpegel im absolut verträglichen Rahmen bleibt. Gleichzeitig mitdaMan treffe ich wieder zu Hause ein, die Uhr ist ungefähr 18.20h.

Wir einigen uns, wann wir essen wollen, frischen Salat habe ich gerade mitgebracht und das Brot haben wir ja auch noch. Die Küche bleibt kalt, wie meistens abends unter der Woche. Wir versorgen uns beide mittags so gut wie immer selbst und ich liebe es, meine Ruhe zu haben, wenn ich  nach Arbeitsende etwas alleine bin und nicht das Gefühl habe, irgendjemanden bekochen zu müssen.

Sehr viel wird dann heute nicht mehr passieren - ich muss noch einiges mit "unserer" Ukrainerin klären und ganz sicher werden wir noch irgendetwas netflixen nach dem Essen, aber das war es dann auch.

Dieser Tag lief irgendwie sehr angenehm und außerdem haben wir die Sonne noch zu sehen bekommen. geradezu frühlingshaft warm wurde es außerdem. Dig this, Putin! (Scheherz, mir ist schon klar, dass er sich n Ei darüber schlägt, ob wir sein Gas kaufen oder jemand anderes. Wie auch immer.)

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