Eine Woche, die emotional nicht viel herausfordernder hätte sein können, liegt hinter mir und ich atme am heutigen Sonntag auf, froh, dass ich einen Meilenstein hinter mir habe
Aus verschiedenen Gründen laufe ich seit Ende November letzten Jahres nicht rund - ein Ende zeichnet sich ab Mitte/ Ende Februar ab, hoffentlich, da droht ja noch so‘n Termin, der Überraschungen, die keiner braucht, mit sich bringen könnte, aber ich denke mal positiv. Und das ist alles nur mein Minikosmos - geopolitische Weltlagen/ Katastrophen sind an dieser Stelle ausgeblendet, zu gering mein Einfluss darauf.
Aber nun. Heute.
Der Tag ist bestimmt schon eine halbe Stunde „alt“, als ich über meinem e-reader einschlafe, wie gut, dass der sich von allein ausstellt. Wenn meine Lesebrille auch noch selbsttätig von meiner Nase auf den Nachttisch wandern würde, wäre das noch innovativer allerdings, haha.
Ich wache auf um etwa 07.45h und bin noch müde genug, hurra. Um 09.00h dann das nächste Erwachen, was sich besser anfühlt, sodass ich aufstehe. Erste Erkenntnis des Tages - die Rückenschmerzen haben sich aus der LWS nach oben verlagert. Das ist zwar nur so mittelgut, aber erfahrungsgemäß bekomme ich sie an der Stelle wenigstens besser weggeturnt. In den Spiegel schaue ich lieber nicht, die letzten Wochen haben mir Schatten unter die Augen und Merkelsche Mundgräben beschert. Außerdem ist mein Ansatz herausgewachsen und ich sehe insgesamt einfach nur scheiße aus. Das betrachte ich mir definitiv nicht ohne Kaffee.
Und davon gibt‘s dann erstmal ein paar. DaMan ist noch auf Hunderunde und als er um 10.08h da ist, macht er sich unverzüglich an die Zubereitung von Omelette. Brötchen haben wir noch von gestern und so ist unser Frühstück gesichert. Bis ca. 11.30h lecker Essen, noch mehr Kaffee, ein Versuch, Zeitung zu lesen und gleich wieder abgebrochen. Ich ertrage diesen ganzen Mist nicht.
Dann sammle ich Wäsche zusammen, springe in meine Sportklamotten, begebe mich ins Souterrain, stopfe die WaMa voll (durch den Auszug "unserer" Ukrainer kann ich endlich wieder waschen, wann immer ich will und das ist durchaus ein nice-to-have, wenn mich die zeitliche Einschränkungen im letzten Dreivierteljahr auch nicht groß gestört haben, aber dennoch!) und gehe selber in unser Gym. Dort turne ich grimmig gegen meine Rückenschmerzen an und philosophiere im Stillen über eine jüngst gehörte Aussage - dass Corona sich besonders gern auf die Schwachstellen im Körper auswirkt. Meine Schwachstelle ist mein krummer Rücken und wenn ich auch sonst nicht viel Probleme mit dem großen C hatte - es hat mir gleich zu Beginn wirklich sehr fiese Schmerzen eingespielt, die ich bis zur Stunde noch nicht wieder auf dem Prä-C-Niveau habe. Nun ja, aber andererseits liegt es nicht in der Natur von Krankheiten im allgemeinen, sich die Schwachstellen der Physis vorzunehmen?
Da ich diese Frage nicht endgültig beantworten kann, gymnastiziere ich mich einfach weiter - und, hey, wenn ich auf dem Rücken liegend meine Beine hinter den Kopf bewege und meine Wirbelsäule maximaler Streckung aussetze, merke ich deutlich, dass ich schon weit beweglicher bin als noch vor drei Wochen und das macht Mut.
Nach ausgiebiger Dusch- und Haarewaschrunde ( für alle die entsetzt was von drei Minuten duschen aufschreien - ich habe mir diesen Akt gestern gespart und kann heute richtig reinhauen. Wer an dieser Stelle Ironie findet - liegt vielleicht nicht ganz falsch...) hole ich die Wäsche aus der Maschine und verfrachte sie auf die Leine.
Danach, es ist mittlerweile 13.12h nehme ich Platz im roten Zimmer, lege die Füße hoch, schalte eine Serie ein und stricke die €)&*#)#'😡😡😡 Socken fertig, die ich derzeit auf den Nadeln habe. Ich habe ja einen Posten Wolle aus den Beständen meiner Mutter geerbt, nicht unbedingt in Farben, die mir gefallen, aber egal. Jedensfalls gab es auch Wolle in schwarz (damit ich auch ganz gewiss gar nichts mehr sehe, wenn mir Maschen entgleiten) und gelbbraun (was bestenfalls Babykacke lookalike ist). In Kombination aber ergeben sie ein hübsches witziges Geschenk für die Imkerfreundin.
Aber! Aber! Während des Strickens stellte ich fest, dass die Wolle so mürbe war, dass sie an vielen Stellen einfach gerissen ist. Die Socken haben nun nicht nur viele Knoten, sondern auch einige Schwachpunkte, die garantiert schneller Löcher entwickeln werden, als vorgesehen. Und das wiederum stimmt mich nicht zufrieden.
Dieser Bremer Wintertag präsentiert sich normtypisch verregnet und wenn ich über mein Serien ausspuckendes ipad aus dem Fenster schaue, bin ich hochzufrieden, dass ich die nächsten paar Stunden hier abhängen darf. Bei besserer Wetterlage schiebe ich am Wochenende immer gern eine längere Hunderunde ein, das entfällt heute. Theo, der wenn es nach mir gegangen wäre, hier nicht eingezogen wäre (nicht weil ich nicht hundeaffin bin oder er nicht supersüß, lieb, brav, herzerweichend und -erwärmend ist, aber eben auch mehr zeitliche Abhängigkeit generiert als ich geben wollte), ist in erster Linie daMans Hund, so lautete die Bedingung seinerzeit, und bei Wetterlagen wie diesen, ruhe ich mich gern darauf aus.
Gegen 17.00h klingeln "unsere" Ukrainer und verabschieden sich endgültig schnell und unspektakulär. Wir hatten nie irgendeine Art von Stress, aber die Sprachblockade ist und war hoch und kulturelle Unterschiede kann man nicht wegdiskutieren - ich meine das strikt wertneutral.
Kurz darauf greife ich mir noch etwas schnelles zu essen und springe dann aus meinen Im-Haus-Lümmeln-Klamotten in ausgehfähige Kleidung, denn wir haben Karten für „Mundstuhl“, die turnusmäßig auch wieder in Bremen gelandet sind und deren Spott vor nichts und niemandem stoppt - die Ablenkung nehme ich dankend an. Da freie Platzwahl herrscht, fahre ich vor und sichere uns gute Plätze, während daMan noch ein wenig auf den Hund aufpasst und dann später nachkommt.
Im Anschluss an die Darbietung im hiesigen Fritz-Theater wird nicht mehr viel stattfinden. Es ist Sonntagabend nach einem sehr gemütlichen Sonn-Tag und morgen beginnt die neue Arbeitswoche und neue Herausforderungen.

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