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5. März 2023

Auf diesen Monatsfünften freue ich mich bereits seit Wochen, denn daMan flog in den Urlaub und ich bin sieben goldene Tage alone at home. 

Der Tod meiner Mutter mit sämtlichen durch die Bank vollkommen unerwünschten Nebengeräuschen hat mich sehr viel Kraft gekostet. Ich habe alles „Wer bekommt was und wieso nicht und *setze hier allen nur denkbaren Psycho-Irrsinn ein, den man sich ausdenken kann*“ gehört und erlebt, die Trauerfeier und die Bestattung liegen hinter mir, das Appartement ist geräumt, übergeben und abgewickelt und den Teil der Verwandtschaft, der mich am meisten genervt hat (nicht meine Geschwister, die Generation dadrunter, insbesondere meine Nichten. Eigentlich nur meine Nichten…) muss ich jetzt erstmal nicht mehr sehen.

Ich muss in dieser kommenden Woche überhaupt niemanden sehen und wer mich kennt, weiß, wie wichtig solche Auszeiten von allem/ von allen für mich sind. 

Im Prinzip jedenfalls, aber leider hat mir das Leben erneut etwas serviert, was ich nicht bestellt habe und die Gedanken an das, was kommen könnte, muss ich jetzt allein aushalten, denn die grandiose Verdachtsdiagnose habe ich daMan natürlich nicht mitgeteilt - der soll mal eine Woche schön Urlaub machen und ändern kann er derzeit eh nix.

Zeitlich heute dann so:

08.40h aufstehen, Kaffee trinken und eine erste Hunderunde mit dem wilden Tier dem braven Hund spazierenmarschieren. Das Wetter ist "geht so", immerhin werden wir beide nicht pitschnass. Theo macht, was er so machen soll und ich sammle es schicksalsergeben auf. DaMan liebt die Gänge am Morgen, wenn noch nicht allzuviele Menschen unterwegs sind - ich bin kein Morgenmensch, sodass meine Freude über dieses frühe Programm sich in Grenzen hält...

Im Anschluss gegen 09.50h  Frühstück. Ich bereite mir kurzentschlossen Pfannkuchen zu - das ist etwas, was ich normalerweise nicht als erste Mahlzeit des Tages konsumiere und ansonsten auch nicht so häufig. Sie schmecken herrlich mit dem frischen Obst, den gehackten Mandeln und einem Schuss Ahornsirup, aber ernährungstechnisch ist es halt nicht der Brüller. Es ist mir egal, ich bin allein und will genießen.

Bis ca. 11.25h lesen (Brave Hunde kommen nicht zum Südpol/ Hans-Olav Thyvold), bisschen aufräumen, eine Ladung Wäsche in die WaMa), dann setze ich Theo und mich in den Smart und fahre Richtung Bremen-Nord. Das ist eine kleine Reise, denn Bremen zieht sich lang wie eine Bockwurst an der Weser entlang und ich muss auch noch in den entferntesten Stadtteil von Nord. Aus Gründen. Ich finde dort die Straße, nach der ich gesucht habe, wende und steuere einen Park in der Nähe an, wo ich mich und den Hund ausführe. Am Ende der Runde kotzt das Tier aus heiterem Himmel flüssig und gelb, was mich nicht wirklich freut. Noch etwas, worüber ich mir Sorgen machen kann. Toll.

Um 13.30h sind wir zurück, der Hund schläft ein und ich nehme mir mein Strickzeug. Das letzte Basketballspiel des sehr großen Sohnes in der laufenden Saison werde ich mir dann wohl nicht ansehen. Einen kranken Hund lasse ich weder unbeaufsichtigt noch stresse ihn zusätzlich durch irgendwelche Sonderaktivitäten. (Neue Umgebung, viele Leute, Pfiffe, Geschrei, auftrumpfende Bälle und bei all dem muss er sich dann ruhig verhalten…nee. Da gibt‘s bessere Gelegenheiten, Gelassenheit zu üben.)

Bis fast 19.00h fülle ich die Zeit mit wenig Inhalt. Meine Gedanken schweifen zwischen "worst case scenario für mich" und "Hund ist krank". Dazwischen passt wenig Produktives. Ich daddel, schaue Internet und TV, verrichte ein paar Haushaltsdinge, dusche und koche ein Karottensüppchen, welches ich dem gar nicht mal so munteren Hund vorsetze. Immerhin, er mag die Schonkost, nun hoffe ich, dass sie drin bleibt. Armes Viech. Früher mit dem insgesamt deutlich kränkeren Winston war ich viel gelassener, aber ich bin dünnhäutig zur Zeit und würde mich am liebsten betrinken. Das allerdings entfällt, denn die nächste Notarzttierpraxis ist nur per Auto zu erreichen. Vielleicht genehmige ich mir später noch einen Wein, wenn die Lage ruhig bleibt und ich sicher bin, nicht mehr fahren zu müssen.

Das nächste Paar Socken aus Restewolle wird aber fertig und ich freue mich, dass sie so hübsch geworden sind. Seit ich die Wollbestände meiner Mutter geerbt habe, stricke ich mir einen Wolf an Socken, aber allmählich wird es schwierig, die Farben schön zusammenzustellen. Es nutzt nichts, ich werde wohl ein Knäuel in uni grau oder weiß kaufen müssen, um die Reste so zu verstricken, dass sich hinterher beim Anblick des fertigen Produktes nicht die Netzhaut löst.

Ansonsten hatte ich mir für diese Woche übrigens eine kleine To-Do-Liste geschrieben - es gibt einiges zu erledigen, was ich sonst gerne liegen lasse. Eigentlich stand für heute ein Bügelfest an, aber ich habe den Berg Praxisklamotten und die riesigen Tischdecken in den vergangenen Tagen bereits abgetragen. Wenn ich innerlich angespannt bin, kompensiere ich das wahlweise mit überbordender Aktivität oder sitze stumpf herum und bin zu nichts fähig. Derzeit: siehe dieser Nachmittag.

Zum Abendessen bereite ich mir wie gestern bereits eine Portion Ofengemüse zu - Süßkartoffel, Möhren, rote Zwiebel, Öl und Gewürze nach Wahl bei 160 Grad Umluft garen und fertig. Den Joghurtdip und den Schafskäse lasse ich aber weg, ich habe mich gestern ein wenig überfressen.

Um 20.15h  werde ich mich erstmal  für den Tatort entscheiden - wegschalten kann ich ja immer noch, wenn es zu dämlich wird. Direkt danach werde ich den Hund nochmal ausführen (normalerweise bin ich viel! mehr mit ihm draußen, nicht dass jemand was anderes glaubt, aber er brauchte deutlich Ruhe,)und dann hoffentlich gut schlafen und davon träumen, dass mein kleines Leben bitte etwas ereignisärmer werden darf.

Tjo, so war das heute hier.

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