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05. April 2023

 Es ist 07.30h als der Wecker klingelt und ich weiß sofort, dass heute der voraussichtlich letzte Tag unseres Urlaubs in England ist. Wir wissen noch nicht genau, ob wir es heute noch durch den Euro-Tunnel* schaffen, es spielt zum Glück auch keine Rolle.

Erstmal Kaffee, damit mein Körper versteht, was ich von ihm erwarte. Ausgeschlafen bin ich einigermaßen und die letzten knapp 14 Tage haben ordentlich zur Reduzierung meiner Augenringe (die ungefähr bis zum Bauchnabel langten) geholfen. Danach Obst und Müsli und noch mehr Kaffee.

Bis 09.30h beschäftigen wir uns mit kurzer Hunderunde, duschen, packen und dann brechen wir auf Richtung Stonehenge**.

Wir haben übrigens jeweils einige Tage in Lynton/ Devon und in der Nähe von Penzance/*** Cornwall verbracht. Garantiert nicht zum letzten Mal, es gibt noch so viel mehr Landschaft zu sehen. DaMan und ich sind beide keine Wandersleut - also mit Gepäck auf dem Rücken von Unterkunft zu Unterkunft stapfen wäre uns ein Graus - aber außerordentlich gut zu Fuß und gerne draußen unterwegs, sodass wir nun viele Kilo- und durchaus nicht wenige Höhenmeter in den Beinen haben. Dieser Urlaub hat mir nicht nur besonders gut gefallen, sondern auch sehr gut getan.

Wettertechnisch war es so, dass meine Entscheidung gegen die Winterjacke sich als richtig erwiesen hat. Es war sinniger, sich im Zwiebellook zu kleiden und im Zweifelsfall halt über all das die Regenhaut zu werfen. Meine Wanderschuhe, die ich vor drei Jahren ziemlich günstig geschossen habe (und in der Zeit oft und lange getragen) haben auch erst gestern erstmalig Wasser durchgelassen. Ich habe neue gekauft, die Gelegenheit war gerade günstig und die alten getrocknet. Sie werden sicher noch zum Einsatz kommen, ich sollte mich dann bloß von größeren Pfützen fernhalten. :)

10.51h erste P-Pause. Sehr notwendig.

Nach insgesamt langweiliger Fahrt (am Straßenrand Müll, tote Tiere und vor allem Reifen, Reifen, nochmals Reifen - ziemlich schockierend nach der ganzen Zeit in der sehr sauberen Natur) erreichen wir um 13.37h den Parkplatz vor Stonehenge.

Und wenig später erneut die rettenden WCs, denn der Thermobecher Tee, den ich im Auto getrunken habe, ist mittlerweile auch sehr weit nach unten durchgelaufen… Danach queuen, Tickets lösen und zu Fuß Richtung Steine, damit wir alle etwas Bewegung haben. Rund 7700 Schritte später sind wir zurück am Wagen und freuen uns, dass wir die heutige regenlose Zeitspanne erwischt haben.


Ich habe das obige Foto nicht retuschiert, es sind zwar Zillionen von Menschen unterwegs, um diese Attraktion zu besichtigen, aber es ist alles abgesperrt, allerdings so, dass man zu sehr vernünftigen Bildern für den Hausgebrauch  kommt. Vier besonders schlauen Chinesinnen mittleren Alters reicht das trotzdem nicht - sie rennen quer durch das abgesperrte Terrain, um noch bessere Selfies machen zu können. Ich finde Menschen toll…

Kurz vor halb vier (15.23h) ist Theo nochmals mit Wasser versorgt, daMan schwingt sich wieder hinters Steuer**** und ich belege Käsecracker mit Käse aus unserem Vorrat gegen den aufkommenden Hungerast, reiche uns beiden dann noch je ein schönes Affenkotelett 🍌 an und weiter geht‘s.

Es ist ca. 17.30h als wir auf dem Parkplatz eines Superstores, TESCO, in Maidstone eintreffen. Das Auto will getankt, der Hund bewegt werden. Ich kaufe ein - Bagels und andere Backwaren, Müslis, die es in Deutschland nicht gibt, Cadbury‘s Ostereier, Lemon Cake, Süßkram für die Kolleginnen, lecker, lecker. Nur Trüffelchips finde ich nicht, sehr schade, denn die waren außerordentlich delicious! Eine kleine Stunde fahren wir weiter und sind um 18.43h am Tunnel. Theo wird etwas aufwändiger eingecheckt als wir, danach bleibt ein wenig Zeit, um Verpflegung zu bunkern, was wichtig ist, denn wir werden erst spät im belgischen Hotel eintreffen und sicher nicht mehr essen gehen. Am Gate steht kostenfrei für uns allerhand zur Verfügung. Und Toiletten gibt es auch…

Ankunft in Calais ist um etwa 21.20h (Hallo Zeitumstellung!) und die Fahrt war vollkommen unspektakulär, d.h. es ging mir durchgehend gut ohne irgendwelch seltsame Gedanken an zugeflutete Tunnel, Ertrinken, Adieu du schöne Welt usw.

Wir gurken jetzt noch eine weitere Stunde bis zum Hotel in Belgien, werden uns noch ein kleines Nachtgetränk gönnen und dann morgen via Niederlande (und Zwischenstopp bei einem der dortigen Supermärkte für die dortigen Spezialitäten…) nach Hause.

Und damit ist der Osterurlaub vorbei - es war super und wir haben die freundlichen Engländer sehr zu schätzen gelernt.


*Ich fahre generell nicht gerne durch Tunnel ab einer bestimmten Länge und bin, Kontrollzwang sei Dank, auch nicht übermäßig froh, mich in einem relativ engen und geschlossenem Raum transportieren zu lassen, ABER wenn man mit Hund reist, ist es die allerbeste Option. Klarer „Daumen hoch“.

**Dieses Ziel haben wir vor neun oder zehn Jahren erstmalig ins Visier genommen, aber nachdem unsere beiden damals-noch-Pubertierenden uns verächtlich erklärt hatten, dass sie „das alles schon im Internet“ gesehen hätten und wir außerdem fürchteten, dass sie sich all the f*cking time auf der Rückbank prügeln würden, haben wir unsere Reisepläne seinerzeit geändert und sind stumpf zu Hause geblieben.

***inspiriert vom Buch „Der Wal und das Ende der Welt“…

****daMan muss in England alles fahren. Ich habe eine ausgeprägte Rechts-Links-Schwäche und die verursacht in Kombination mit dem hiesigen Linksverkehr eine knallrote Error-Meldung in meinem Kopf. Mich nervt das selbst, aber wir wollen ja heil ankommen.

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