Was hier schon immer zu lesen, aber wahrscheinlich schwer zu finden war, ist der Verweis auf den Blogtitel.
WmdedgT ist etwas, was keineswegs auf meinem eigenen Mist gewachsen ist, sondern auf eine Aktion von Frau Brüllen zurückzuführen ist, die sie sich vor rund 10 Jahren ausgedacht hat und an der sich Monat für Monat die unterschiedlichsten Blogger beteiligen.
Da mir im Mai 2022 auf die Schnelle kein gescheiter anderer Blogtitel eingefallen ist, habe ich mein monatliches Geschreibsel so getauft und belasse es so, bis mir was anderes einfällt.
Dieser Monatsfünfte fällt auf einen Donnerstag und das ist in aller Regel der letzte Arbeitstag in der Woche für mich. So auch heute, hurra, alle Kolleginnen sind an Bord, keine Krankheitsvertretung schielt um die Ecke.
Und so beginnt der Tag um
07.30 Weckertöne* aufstehen, Jogginghose, ausgeleiertes Sweat anziehen
07.35h Kaffee Nr1 von den üblichen dreien.
08.10h Dusche, Zähneputzen, was Straßentaugliches anziehen
08.30h Spaziergang zur Praxis, Ankunft dort um
08.53h Dort in die Arbeitskleidung pellen, Tee kochen und pünktlich um
09.00h am Arbeitsplatz sitzen. Auf geht‘s!
In der ersten freien Minute husche ich zu meiner Ärztin und zeige ihr eine Stelle an meiner Hand, die mich seit Monaten nervt. Sie diagnostiziert etwas, was ich noch nie gehört habe und sofort wieder vergesse. Es ist ein harmloser Befund, der bei zu viel Händewascherei und -desinfektion entstehen kann. Ach, wie überraschend. Es gibt ein Sälbchen, dann wird es wohl werden.
13.59h Das war einer dieser Tage, nach denen ich das Gefühl habe, meinen Vorrat an social skills für die nächsten drei Wochen verbraten zu haben. Telefon ohne Unterlass und Anakonda-Warteschlangen vorm Tresen. Ich habe Fransen an der Unterlippe ...
Durch Feiertag und Aktionstag gab es in dieser Woche 2 Praxisausfälle - die Patienten vermissen uns immer schrecklich und rennen uns dann bei der ersten Gelegenheit die Bude ein.
Zusätzlich beglücken uns Vertretungspatienten, warum auch nicht?
„Nebenbei“ eine seitenlange Revision, sodass meine eigentliche Arbeit (Dokumentation) liegen bleibt. Da ich an kommenden Montag dringend ein paar Stunden weniger arbeiten muss, beschließe ich, dass erst morgen der letzte Arbeitstag der Woche werden wird. Ich kriege meinen Kram sonst nicht hin.
14.00h Feierabend
14.30h Ankunft zu Hause. Während die Suppe (= mein Mittagessen) sich langsam aufwärmt, bewaffne ich mich noch kurz mit reinem Alkohol (Prost! Haha, nein, ich entferne damit besonders widerstandsfähige Etiketten) und befreie hübsche Schraubdeckel-Gläser von hässlichen Aufklebern.
14.45h Essen, vegetarisch, ganz ohne Verordnung von irgendwem oder selbstauferlegter Restriktionen. Mal passt es, mal nicht und was für mich passt, passt für andere halt nicht. Fun fact, in meiner realen Welt bin ich noch niemandem begegnet, der das irgendwie anders sieht, während ich in den Weiten des Internets an jeder Stelle zu Sinn und Nutzen einer wie auch immer gearteten Ernährung bekehrt/ belehrt werde. Das ganze Netz ist eine eine einzige große Verdummungsmaschinerie *haut bekräftigend auf den Tisch* so, und jetzt ohne Aluhut: Wer nicht alles glaubt, was da zu lesen ist, gehört unter Umständen einer Minderheit an.
Wie genau bin ich jetzt hier gelandet? Ach, ja, wegen meines Mittagessens, was streng genommen sogar vegan war, macht auch nix. Fürs WE habe ich schon Rindersteaks geplant, da gleicht sich alles wieder aus.
15.40h ist es, als ich mich zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt mache und dabei bei meinem Zahnarzt vorbei laufe. Ich habe das seltsame Gefühl, dass mir in meinem hohen Alter noch ein Weisheitszahn wächst. Darauf kann ich gut verzichten und außerdem hatte ich irgendwie gehofft, dass mir das erspart bliebe. Wer rechnet denn im Endspurt auf den 60. Geburtstag noch mit sowas? Ich ergattere einen Termin für nächste Woche. Noch etwas Zeit. Uff.
Danach geht es zum örtlichen Fielmann, dem ich drei meiner völlig verzogenen Lesebrillen präsentiere...und die gnaden- und kostenlos wieder zurecht gebogen werden. Für die Rückfahrt "gönne" ich mir eine Fahrt mit der Straßenbahn, sodass ich am Heer der Hoffnungslosen (Drogis, Alkis, ohne Dach über dem Kopf oder eine Kombination davon), welches sich rund um den Bahnhof sammelt, schnell vorbei komme. Was natürlich nichts am Ist-Zustand ändert, aber ich schaue mir auf meinem Arbeitsweg zur Praxis schon genug Elend an und für heute ist mein Bedarf gedeckt.
17.00h ziemlich genau bin ich zurück und gönne mir vor der Sportrunde noch eine kleine Auszeit (=Serie). Parallel informiere ich Kollegin M. in ihrer Nachmittagsschicht über etwas, was sie noch erledigen sollte.
17.50h frohes Dehnen, Stemmen, Gymnastizieren. Mittendrin ruft meine Chefin aus der Praxis an und teilt mir mit, dass sie seit 10 Minuten Corona-positiv ist. Ich wünsche ihr gute Besserung und bin ansonsten eher unbeeindruckt. Wenn man's kriegt, dann kriegt man es - wir haben heute eine Zeitlang anderthalb Meter voneinander entfernt gearbeitet, da kann alles passieren oder halt auch nix.
18.44h daMan is home, just als ich mit meinem Sport-Pflichtteil durch bin, die Kür lasse ich heute mal weg.
19.00h gemeinsames Abendbrot, dem eine Runde Duolingo französisch folgen wird, dem abhängen vor einer noch zu definierenden Serie folgen wird (Möglicherweise Ted Lasso, meinerseits mit dem deutlichen Gefühl, dass die Geschichte eigentlich erzählt ist und noch eigentlicher hätte ich gerne wieder sowas skandinavisches wie „Kidnapping“, was gerade in zwei Staffeln auf arte läuft und was eben in vielerlei Hinsicht echt gut war, aber wir haben noch nix vergleichbares gefunden. Ted Lasso ist aus der Kategorie „kann man immer sehen“, aber die Figuren sind bereits ausgereizt . Schade.), dem irgendwann Ins-Bett-gehen folgen wird.
Soweit zu meinem Alltag, bin schon gespannt auf die anderen Berichte der WmdedgT-Menschen.
* Falls mir irgendwer erklären kann, warum mein iphone-Wecker von jetzt auf gleich nicht mehr auf meine apple Musikmediathek zugreift und sich beharrlich weigert, mich mit Titeln daraus zu wecken, bitte gerne!!!! (Die Titel sind in meiner Mediathek und herunter geladen.) Es funktionierte einfach und anstandslos bis vor ein paar Monaten und ich bin mit meinem Latein am Ende!
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