Ich beteilige mich hier an WmdedgT, das ist eine Aktion, die Frau Brüllen vor über 10 Jahren ins Leben gerufen hat - am jeweils 5. eines Monats schildern Bloggermenschen, was an diesem Tag bei ihnen geschieht.
Einen fabulösen guten Morgen in die Bloggerrunde, der heutige Fünfte ist ein Donnerstag und somit ein normaler Arbeitstag
Aufstehen gegen 07.29h, Yogahose zum Schlaf-T-Shirt an und die erste Übung geturnt: Ausbalanciertes Trinkgefäß = ich falle mit Kaffee in den Lieblingssessel.
Das übliche Ritual an Arbeitstagen kommt auch heute zum Einsatz: Kaffee, Dusche, Klamotten anziehen, in denen die Stilpolizei mich nicht sofort verhaftet, Zähne putzen und Aufbruch zur Arbeit. Heute per Rad, weil die Wettervorhersage 30 Grad verheißt und ich wenig Lust habe, nach Feierabend zu Fuß durch die heißen Straßen zu latschen.
Ich weiß aber schnell wieder, warum ich meistens doch spaziere, denn es sind eindeutig zu viele Merkbefreite unterwegs, die mich mehr in die Bremsen steigen lassen, als mir lieb ist und mehr fluchen lassen als der Anstand gebietet. Übrigens sind Radfahrer und Fußgänger mit ihren verpeilten Aktionen dabei in der Überzahl.
Es ist kurz vor 09.00h, als ich in der Praxis ankomme und mich nicht in Arbeitskleidung hülle. Stattdessen erbitte ich mir die Autoschlüssel meiner einen Chefin, hieve unseren Datenmüllcontainer in den Kofferraum und fahre den Inhalt fachgerecht entsorgen. Diesmal habe ich verblödete Autofahrer vor mir und ich bekomme auf der Stelle schlimmstes Auto-Tourette. Gegen 09.45h bin ich (inzwischen umgezogen in komplett weiß) zurück am Counter und die nächsten rund zwei Stunden passiert das Übliche: Telefone klingeln, die Patienten kommen und gehen, vor mir ein Dokumentenhügel zur gefälligen Verarbeitung, seitlich meine Kollegin und in loser Folge mit verschiedenen Anliegen vorbei flanierend die andere Kollegin, die Chefinnen und die Famulantin. Corona tritt wieder ganz schön häufig auf, allerdings nicht mehr als andere Infekte auch, aber die Hochsaison hat ja noch lange nicht begonnen.
Das Unübliche ist an diesem Tag ab 12.09h
eine einstündige Dienstbesprechung, danach arbeite ich mich entspannt
dem pünktlichen Feierabend entgegen und überlege, was ich mit den gar
nicht mal so guten Informationen, die ich gerade erhalten habe, anfangen
soll. Es ist ja so, dass ich auf diesen Job nicht angewiesen bin, ihn
aber in aller Regel mit sehr viel Spaß erledige. Aber natürlich nicht
nur aus schierem Altruismus und nun habe ich das Gefühl, man möchte mir
die Bedingungen, unter denen ich meiner Arbeit nachgehe, erschweren und
auf eine Weise reglementieren, die mir nicht passen. Das klingt jetzt
mit Absicht etwas kryptisch, vereinfacht: Ich habe es nicht nötig, mir
auch nur einen Tropfen ans Bein pieseln zu lassen und muss mal eben
darüber nachdenken, ob ein halber Tropfen mich auch schon nervt. Auf
alle Fälle verhagelt mir das alles ein wenig die ohnehin nicht extrem gute Laune.
Als ich um 14.10h zu Hause bin, habe ich noch schnell auf dem Weg einen Riesenstapel Briefe eingeworfen und dann sinke ich erstmal zum Essen nieder. Eine Kiwi, eine Nektarine und ein Stück Melone fallen mir zum Opfer und werden von Dinkelflocken, Kokoschips, Cashewkernen, einem Rest Müsli und Quark begleitet. Es ist kein sehr fotogener Anblick und hat sicher nichts mit einer chicen „Bowl“ zu tun, schmeckt aber super! Insbesondere diese getrockneten Kokosteile gefallen mir ausgesprochen gut.
Etwa um 15.45h habe ich mich genug ausgeruht und setze mich ins Auto, um eine Mall anzufahren - ein Geburtstagsgeschenk muss dort erstanden werden, außerdem einige Kleinigkeiten und der wöchentliche Lebensmitteleinkauf. Dass ich dann gerade letzteres nicht morgen an der Backe habe, freut mich jetzt schon. Abgesehen davon habe ich ja nicht mehr immer ein eigenes Auto zur Verfügung, also heißt es Chancen wahrnehmen, wenn sie sich bieten. Aber erst stelle ich noch schnell den Spülomaten an. Und sortiere etwas Wäsche…
In der Mall ist es großartig. Nicht. Das bestellte Geschenk ist anders als gedacht und ich muss umplanen. Den Einkaufsbummel verschiebe ich und beschließe, den Wocheneinkauf woanders zu machen. Es ist eklig heiß, ich schwitze und bin genervt.
Wieder im Auto, wieder Idioten im Verkehr. Eventuell bin ich etwas ungeduldig, aber ich habe null Verständnis für Leute, die nicht aufpassen, was sie machen 😡 - ob sie nun versunken in ihren Handys sind und mir vor den Fahrradlenker springen oder ob sie so lange vor grünen Ampeln stehen bleiben, bis selbige wieder rot werden - ich hasse missmutig vor mir her.
Im nächsten Supermarkt ist es angenehm kühl
und nicht zu voll - ich kaufe ohne Liste, nur mit grobem Plan, das
reicht aber. Für's Abendbrot nehme ich beim Türken noch ein paar
Spezialitäten mit, schön knoblauchlastig, so soll es sein. Außerdem ist
besagter türkischer Einzelhändler nach meinem Ermessen der freundlichste
der ganzen Stadt. Da geht es mir gleich wieder etwas besser.
Um 18.16h bin ich wieder zu Hause, räume das Auto aus und die Einkäufe weg, sprinte an den PC und bestelle mein Geschenk noch einmal. Direkt im Anschluss dusche ich und trinke einen Riesenbecher Wasser. Ich fühle mich wie ein verdorrter Schwamm.
Nun ist es 18.56h daMan ist noch immer nicht eingetroffen, ich muss noch etwas französisch lernen und dann werden wir wohl irgendwann mal essen (Besagtes vom Türken plus Salat) und uns über den Tag austauschen.
Meiner zumindest war in der Summe eher unterdurchschnittlich - nun bin ich gespannt auf die anderen WmdedgT-Beiträge.
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