Ich beteilige mich hier an WmdedgT, das ist eine Aktion, die Frau Brüllen vor über 10 Jahren ins Leben gerufen hat - am jeweils 5. eines Monats schildern Bloggermenschen, was an diesem Tag bei ihnen geschieht.
Moin in die Bloggerrunde, es ist der Monatsfünfte des Monats, den viele hierzulande nicht mögen. Grau, regnerisch und depressionsfördernd sind nur einige der Attribute, die dem November zugeschrieben werden.
Ich selbst habe jahrelang unter einer wiederkehrenden extrem deprimierten Phase im Herbst gelitten, dann kamen die Kinder und ich hatte zuviel zu tun, um ausgiebigst auf meine Befindlichkeiten* zu achten und später habe ich gelernt, den November als Chance zur Ruhe zu nutzen.
Mit der Ruhe wird es wider Erwarten nichts, denn ich habe zwar arbeitsfrei, aber nur in der Theorie. In der Praxis (welch Doppeldeutigkeit an dieser Stelle!) herrscht ein Szenario, dessen Eckpfeiler krankheitsbedingte Ausfälle bei ohnehin knappem Personal sowie Infekt- bzw. Impfsaison mit dementsprechend hohem Patientenaufkommen sind. Dazu hat ein wichtiger Drucker just den Geist aufgegeben und die gesamte Software zeichnet sich gerade durch Fehlermeldungen aller Art aus. Gestern und vorgestern versuchte ich meiner normalen Arbeit nachzukommen und scheiterte grandios, weil ich fast ununterbrochen am Telefon gehangen und/ oder mit dem System gerungen habe. Mein Riesenaktenstapel schrumpft nicht von selbst und so schiebe ich heute eine zweistündige Sonderschicht ein. Mehr wäre besser, aber ich habe noch einen anderen Vormittagstermin, den ich auch dringend wahrnehmen will und sollte und muss. Nervt zwar alles etwas, nutzt aber nix und so stehe ich um 06.31h auf. Erste positive Erkenntnis des Tages: Die Nacht war gut, wenn auch viel zu kurz für meine Begriffe, mehr kann ich in diesem Moment nicht verlangen.
Zwei Kaffee, dabei die ganz großartige Nachricht lesen, dass auch der zweite analoge Sprachkurs, den ich gebucht habe, voraussichtlich ausfallen wird, NERV!!!!, duschen, anziehen und zu Fuß ab zur Praxis , wo der tägliche Wahnsinn unmittelbar über mir ausbricht.
Nach zwei Stunden ist mein Aktenstapel wenigstens etwas geschrumpft und ich muss nun um 10.00h auch weg! Somit beende ich meinen heutigen Einspringer und breche auf zum Termin, den ich gemeinsam mit daMan wahrnehme. Die Sachlage gestaltet sich interessant und wir werden reichlich Stoff zum Nachdenken und Diskutieren haben.
Danach fährt daMan Richtung Büro und ich gehe nach Hause, wobei ich beim Bäcker auf dem Wochenmarkt begehrtes Backwerk in Form von Zimtschnecken einer- und Vollkornbrot andererseits erstehe. Wir sind gut versorgt mit Bäckereien hier im Viertel, aber ich wechsle gerne zwischen ihnen und den Wochenmarkt verpasse ich leider zu oft.
Es ist ziemlich genau 12.00h, als ich mir eine Mahlzeit zubereite und esse. Kurz nachdem ich damit fertig bin, wird der Herr Hund von der Hundesitterin nach Hause gebracht und ist, wie fast immer, stehend K.O.
Ich schiebe eine äußerst lustlose Haushaltsrunde ein, räume hier ein wenig und sortiere dort irgendwas, beantworte einige Textnachrichten, schreibe an diesem Eintrag und dann, Stichwort Ruhe im November, gönne ich mir ein kurzes Mittagsschläfchen.
Danach, es ist 15.07h, nehme ich mir den Herrn Hund und wir nutzen die Resthelligkeit des Tages für einen schönen Spaziergang. Über dem felligen Kopf meines tierischen Begleiters leuchtet ein Heiligenschein - mein Musterschüler läuft unbeeindruckt von allem an lockerer Leine neben mir und ignoriert diverse Reize souverän. Oder ist nur zu müde, um sich aufzuspulen…
Eine Stunde später sind wir zurück - Zeit für eine Französischlektion. Duolingo hatte die lustige Idee, mir innerhalb von zwei Wochen den Imperativ sowie zwei Vergangenheitsformen einzuflüstern - bei den zahlreichen unregelmäßigen Verben und, typisch für diese App, ohne grammatikalische Erklärungsansätze oder zumindest ein Gerüst, an dem ich mich entlanghangeln könnte, ist das unterm Strich kaum mittelgut. Deswegen wollte ich ab morgen versuchsweise für einige Wochen am Institut Français lernen. Ja. Siehe eingangs erwähntes Mail.
Alsdann nehme ich mir die derzeitige Leichtleselektüre zur Hand „Couchsurfing im Iran“ und bin damit beschäftigt, bis jemand für einen Kurzbesuch und die Rückgabe eines Schlüssels klingelt. Kurzer Plausch, dann wieder weiter beim Buch.
DaMan kehrt erst nach 21.00h hierher zurück, weil er sich irgendeinen Vortrag in der Innenstadt anhören will und so ist es jetzt 18.43h, ich werde heute nichts erwähnenswertes mehr schaffen (außer mich jetzt schon auf den morgigen Arbeitstag mit denselben Eckpfeilern wie seit Montag freuen, harhar), vielleicht einen Film schauen, vielleicht auch nach … Weihnachtsgeschenken. Kommt ja immer so plötzlich.
Und natürlich prüfen, ob die anderen WmdedgT-Leute mehr oder weniger als ich zu tun hatten.
*ich schreibe ausdrücklich Befindlichkeiten, weil es mehr nie war und schon gar keine Depressionen. Über ebendiese würde ich mich nicht so leichtfertig äußern wollen.
Momentan scheint der November ja noch hell und freundlich - ganz ungewohnt aber willkommen. Da fällt es mir tatsächlich schwer, schon an Weihnachten zu denken. Dabei ist das Jahr gefühlt schon zu Ende - vielleicht sollte man den Endspurt tatsächlich etwas gemächlicher antreten. Nicht, dass man selbst noch in einer Praxis landet - auf der anderen Seite des Tresens...
AntwortenLöschenLiebe Grüße!
Auf der anderen Seite des Tresens bin ich auch eher ungern. Aber da die Anzahl der Hausarztpraxen schrumpft und die Fachärzte überrannt werden, wird mir das in Zukunft wohl einfach erspart bleiben, weil ich keinen Termin bekomme. Noch erfreue ich mich außerordentlich guter Gesundheit, aber da wird man ja im Alter eher schlechter als besser…
LöschenMit gemischten Gefühle grüße ich zurück.
Oh je - Weihnachtsgeschenke ! Ich bin für meine Verhältnisse auch spät dieses Jahr. Und irgendwie habe ich so gar keine ideen....
AntwortenLöschenDein Tag hört sich zumindest die ersten Stunden sehr stressig an, kein Wunder, dass Du Zuckergebäck brauchtest.
Ich wünsche Dir, dass der November sich wieder einkriegt und Dir etwas weniger Stress bereitet.
LG Britta
Ich bin gestern um 21.00h ins Bett gegangen, was extrem ungewöhnlich ist… der Körper holt sich, was er braucht. Ein Ende von all dem ist ja absehbar für mich(durchaus mit lachendem und weinendem Auge), von daher bin ich nicht ultragestresst, nur halt angestrengt.
AntwortenLöschenLG anne Emscher!