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05. Mai 2026

Ich beteilige mich hier an WmdedgT, das ist eine Aktion, die Frau Brüllen vor weit über 10 Jahren ins Leben gerufen hat - am jeweils 5. eines Monats schildern Bloggermenschen, was an diesem Tag bei ihnen geschieht. 

Vor 11 Jahren notierte ich damals mehr oder weniger zufällig an einem fünften Tag im Mai meine Erlebnisse und es ist auch bereits wieder vier Jahre her, seit ich konsequent monatlich an dieser Stelle etwas verfasse. Frappierend finde ich, wie der Alltag und die Einstellung zu vielen Dingen sich im Laufe der Jahre geändert hat, aber das ist doch wohl normal?! 

Heute grüße ich das erste Mal als Rentier und nehme euch mit in meinen derzeit unspektakulären Tag. Unspektakulär ist super d.h. es sind keine Katastrophen zu erwarten, das reicht für ein glückliches Dasein.

Da ich bis kurz vor Mitternacht gelesen habe, beginnt mein Tag mit Schlag 12 und ich bin bis ca. 00.30h noch mit den üblichen Zu-Bett-geh-Präliminarien befasst.

Ich schlafe nicht so gut im Gästebett (der hausinterne Umzug wirft seine Schatten voraus und ich muss temporär ausweichen, weil das Schlafzimmer nach frischer Farbe riecht) bis ca. 06.53h und trinke in aller Ruhe zwei Kaffee zum wachwerden. Ich bleibe müder als mir lieb ist.

Draußen präsentiert sich ein prächtiger Maitag auf Bremer Art - es regnet in unterschiedlichen Stärken, damit es nicht langweilig wird. Aber egal, das ist dann eben so.

Bis etwa 08.18h vergeht die Zeit mit mehr Kaffee, Wäsche von der Leine, neue Wäsche in die WaMa und -mal wieder- Aussortiertes ins Auto laden. Ein Besuch beim größten örtlichen Recyclinghof steht an… u.a. habe ich eine Übergardine aus sehr dünnem Stoff dabei, die beim Abnehmen einen etwa 20cm langen Riss aufwies (der tatsächlich nie aufgefallen war) und nach der Wäsche derer vier. Sehr lange Risse übrigens, man könnte gar das Adjektiv „zerfetzt“ benutzen. nun gut, nach 11 Jahren darf man vielleicht mit etwas Materialermüdung rechnen, aber traurig bin ich trotzdem. 

Um 08.34h stehe ich an der Recycling-Station und stelle fest, dass sie erst um neun Uhr öffnet. Der frühe Vogel liegt zerzaust in der Ecke, aber nochmal hin- u d herfahren ist bei den derzeitigen Spritpreisen keine Option. Ich höre ein bisschen Radio -  Trump verkündet, dass er den unter bestimmten Bedingungen bereit sei, den Iran in Schutt und Asche zu legen. Dass er dabei auch die Bevölkerungsanteile vernichten würde, die sich gegen die Mullahs stellen, finde ich, vorsichtig formuliert, eher undurchdacht.

Zurück bin ich um 09.36h und widme mich Haushaltsangelegenheiten - Fortsetzung Wäsche, den restlichen Inhalt von Tiefkühler 2 in Tiefkühler 1 verlagern, Tiefkühler 2 abtauen und in die Sommerpause schicken, paar T-Shirts bügeln und dann schiebe ich noch die fällige Kardioeinheit auf dem Rudergerät ein. Unvermeidlicherweise muss ich anschließend duschen.

Um 11.43h endlich Frühstücksvorbereitungen! Vorher allerdings noch mehr Wäsche - eine Ladung Sofakissenbezüge - und Reinigung des Tiefkühlers 2.

Um 12.13h dann endlich essen! Obst, Nüsse, Saaten, Haferflocken und noch ein kleiner Becher Kaffee. Uff. Dazu scrolle ich mich etwas durchs Internet und beginne den zweiten Band einer schwedischen Krimiserie.

Ich erstelle außerdem verschiedene To-do-Listen und fange an sie abzuarbeiten - so lächerlich wie Listen für „private affairs“ mir vorkommen, so dringend brauche ich sie. Was ich nicht notiere, verschwindet und bleibt unerledigt.

Gegen 15.00h erhebe ich mich vom Sofa, wo ich ein rundes Stündchen teils gelesen, teils genickert habe, und wische die Pfützen vom abgetauten Eis des Tiefkühlers auf und versuche im Anschluss, dem Kaffeeautomaten Milchschaum zu entlocken. Das Ergebnis ist eher ein Lerngeschenk als etwas Verwertbares. Da muss die Freundin, die sich angekündigt hat, wohl mit schnöder ungeschäumter Milch vorlieb nehmen. Es wird dann Espresso und Wasser für beide… ich bekomme Blumen für meinen neuen Status als Oma und für das immer noch sehr neue Enkelkind gibt es auch was. Wir verplaudern munter anderthalb Stündchen, dann bricht die Freundin wieder auf.

Es ist mittlerweile 17.40h und ich wechsle nochmal die Kleidung, bevor ich mich zu Fuß zu dem Restaurant aufmache, in dem ich andere Freundinnen treffe, wir treffen uns seit rund 25 Jahren in dieser Runde und was hier besprochen wird, bleibt streng am Tisch. So haben wir es das letzte Vierteljahrhundert gehalten und dementsprechend beende ich meine Berichte zum Tage an dieser Stelle.



Kommentare

  1. Was "Rentiere" eben so machen am Beginn dieser Zeit: Hausgegebenheiten ändern, Recyclinghöfe bestücken - es kommt mir bekannt vor.
    Unspektakulär ist immer gut - das sind schöne Tage.
    Ich hoffe, Du hast gerade einen tollen Abend.
    Liebe Grüße Britta

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  2. Ich fühle mich noch immer, als sei ich in einem längeren Urlaub - obwohl ich, zack, alle Klischees auf Vollpower, mehr Termine habe als vorher… was ich dennoch bereits resümiere: Trotzdem mehr Zeit für die Dinge, die mir Spaß machen - lesen, Sport. Das ist ziemlich cool.
    LG vom 🫎

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  3. Ich bin ja ein großer Fan von "unspektakulär". Die ganzen großen und kleinen Katastrophen dürfen gerne draußen bleiben 😊. Mit noch fast 20 Jahren vor mir bin ich fast ein bisschen neidisch.
    Liebe Grüße!

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  4. Sorry wegen der späten Antwort - ich habe hier wenig vorbeigeschaut, auch so ne Nebenwirkung des Rentierdaseins.
    Alles hat seine Zeit - diesen Satz fühle ich allmählich. 20 Jahre jünger als jetzt zu sein war schon auch sehr cool, aber Prioritäten verschieben sich dann doch recht eindrucksvoll. Hier und jetzt sollte immer das Motto sein, egal in welchem Alter!
    LG zurück

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